Papierlexikon
Zusammengestellt von den Papierwerken Gmund

 

Alterungsbeständigkeit Die Lebensdauer van Papier und Karton kann durch die Verwendung geeigneter Rohstoffe und Zusätze gesteuert werden. Sie hängt auch von chemischen und physikalischen Bedingungen (Licht, Luft, Wärme ab), die während der Verwendungszeit auf das Papier einwirken. Unter anderem benötigt man auch einen holzfreien Zellstoff von besonderer Güte. Die Alterungsbeständigkeit wird durch DIN Normen geregelt. So kann bei DIN ISO 9706 und DIN 6738 bei schonender Behandlung und entsprechender Lagerung eine Lebensdauer von mehreren I00 Jahren erreicht werden.

Ausschuss Papierreste und Papierabfälle, die bei der Produktion und Verarbeitung in der Papierfabrik anfallen und bei der erneuten Herstellung von guter Ware wieder der Produktion zugeführt wenden können. Diesen Vorgang nennt man auch Preconsumer Recycling.

Bilderdruckpapier Bilderdruckpapiere sind gestrichene Papiere von 70 bis 170 g/m2. Sie können matt, seidenmatt oder glänzend gestrichen sein. Geeignet sind sie für alle Druckverfahren, besonders zum Bedrucken von Bildern, da es die Druckfarbe nicht gut aufsaugt, was dazu führt, dass die Konturen und Farbabgrenzungen (Halbtöne) genauer sind.

Breitbahn (BB) Fachbezeichnung für den Faserlauf innerhalb eines Papiers. Der Papierbogen liegt breit in der Papierbahn, die kurze Kante liegt längs der Faserlänge.

Cellulose Die Cellulose/Zellulose Ist der wichtigste Bestandteil aller Pflanzen. Aus ihr wird der Zellstoff zur Produktion van Papier gewonnen.

Chlorfreies Papier Bei chlorfreien Papieren geht es nicht um den chlorgehalt, sondern es bezieht sich auf den Bleichvorgang bei der Faserstoffherstellung. Als chlorfrei werden Papiere bezeichnet, bei deren Faserbleiche die Abwasserbelastung reduziert wird. Der verwendete Zellstoff wird dabei ohne Chlorgas gebleicht, sondern mit Chlordioxid. Zusätzlich wird oftmals umweltorientiert, z. B. mit Wasserstoffperoxid, vorgebleicht.

Feinstpapier Feinstpapier esind die edelsten Erzeugnisse der Papierindustrie. Bei der Herstellung wird besonders Wert auf Festigkeit der Oberfläche sowie auf gute und gleichmäßige Durchsicht und sehr gute Bedruckbarkeit gelegt. Oft wird die Oberfläche von Feinstpapieren zusätzlich veredelt. Durch Prägungen und Beschichtungen entstehen optische und haptische Effekte.

Filzseite Die Filzseite oder auch die Schönseite nennt man bei der Blattbildung die oben liegende und glattere Seite des Papiers. Die Unterseite des Papiers nennt man Siebseite.

Gautschen Bezeichnete ursprünglich das Ablegen des noch nassen Papierblattes vom Handsieb auf einen Filz. Heute versteht man darunter das Pressen des Papiers am Ende der Siebpartie oder auch das Verbinden noch nasser Papierbahnen durch Aufeinanderpressen, wobei die Fasern miteinander verfilzen.

Gestrichenes Papier Gestrichenes Papier ist ein Papier, bei dem die Oberfläche mit einem Bindemittelauftrag (Strich) veredelt ist. Als Material für den Bindemittelauftrag wird sogenannte Streichfarbe verwendet, deren Hauptbestandteil Kreide, Kaolin, Kasein oder Kunststoffdispersion sein kann. Das Papier bekommt dadurch eine geschlossenere, glattere und stabilere Oberfläche, wodurch eine höhere Detailwiedergabe beim Druck erreicht wird. Die Papieroberfläche wird komplett durch die Streichfarbe bedeckt, die natürlichen Unebenheiten des Papiers verschwinden.

Holzfreies Papier Papier, das aus Zellstoff hergestellt wurde. Zellstoff ist ein auf chemischem Weg erzeugter Holzfaserstoff. Holzfreie Papiere enthalten kein Lignin. Dadurch sind sie wesentlich haltbarer und vergilben weniger schnell.

Laufrichtung Unter Laufrichtung versteht man die Richtung, in welcher die Papiermasse über die Maschine gelaufen ist (Faserlauf). Bei der Entwässerung auf dem Sieb richten sich die Fasern hauptsächlich in ihrer Länge parallel zur Laufrichtung aus. Die Bahnbreite ist die Rollenbreite, in der das Papier auf der Papiermaschine gearbeitet ist. Sie läuft quer zur Laufrichtung.

Naturpapier Allgemeine Bezeichnung für holzfreie oder holzhaltige Papiere, die im Gegensatz zu gestrichenen Papieren keine Veredelung durch einen Strichauftrag haben. Sie können auch als ungestrichene Papiere bezeichnet werden.

Offsetdruck Der Offsetdruck ist ein indirektes Flachdruckverfahren, das im Bücher-, Zeitungs- und Verpackungsdruck weit verbreitet ist. Dieses Verfahren ist eine Weiterentwicklung des Steindrucks und beruht auf dem unterschiedlichen Benetzungsverhalten verschiedener Stoffe. Physikalische Grundlage ist die unterschiedliche Oberflächenstruktur der Druckplatte. Die druckenden Teile der Platte sind lipophil, sie ziehen Öle an und stoßen Wasser ab, nehmen daher Farbe auf. Der nicht druckende Teil der Platte ist hydrophil, zieht also Wasser an. Die so zuvor mit Wasser benetzten Teile nehmen daher keine Farbe auf, sondern nur der lipophile, druckende Teil. Indirektes Druckverfahren und der daraus abgeleitete englische Begriff Offset bedeutet, dass nicht direkt von der Druckplatte auf das Papier gedruckt wird, sondern die Farbe erst über eine weitere Walze, den Gummituchzylinder, übertragen wird.

Opazität ist das Fachwort für die Undurchsichtigkeit des Papiers. Diese Eigenschaft ist vor allem für grafische Papiere wichtig, die z.B. von beiden Seiten bedruckt werden sollen. Die Opaziät kann dadurch erhöht werden, dass man der Papiermasse mehr Holzschliff oder Füllstoffe hinzusetzt. Dadurch entsteht gleichzeitig auch eine glattere Oberfläche.

Papiergewicht Als Papiergewicht bezeichnet man in der Papierindustrie die Dicke von Papier, angegeben in Gramm pro Quadratmeter. Es gibt folgende Papiergewichte: Flächengewicht = g/m2, Bogengewicht = g/Bogen, 1.000 Bogengewicht = kg/1000 Bogen, Rollengewicht = kg/Rolle

Papiermaschine ist das zentrale Element jeder Papierfabrik. Auf bis zu 10 Metern Breite und bis zu 200 Metern Länge sind unter dem Sammelbegriff Papiermaschine sehr unterschiedliche Aggregate hintereinandergeschaltet: Stofflauflauf, Siebpartie, Pressenpartie, Trockenpartie und Aufrollung sind - bei sehr variablen Konstruktionsmöglichkeiten – die Standardelemente.

Ries ist eine aus dem arabischen Wort rizma abgeleitete Mengeneinheit bzw. Messgröße für Formatpapiere. Es bezeichnet die variable Menge Von Papierbogen, die in Ries-Einschlagpapier verpackt werden. Diese Verpackungsart wird auch als geriest bezeichnet. Die Anzahl der Bogen pro Ries richtet sich nach dem Papiergewicht, so dass ein Ries immer gut zu handhaben ist, z.B. 100g/m2 Papier ist oft zu 250 Bogen geriest, ein 250g/m2 Papier dagegen zu 100 Bogen.

Schmalbahn (SB) Fachbezeichnung für den Faserlauf innerhalb eines Papiers. Der Papierbogen liegt schmal in der Papierbahn, die lange Kante liegt längs der Faserlänge.

Satinieren ist das Glätten der Oberfläche eines Papiers. Dies erfolgt nach der Herstellung in einem Kalander und dadurch ergibt sich die gewünschte Oberfläche. Das Papier läuft über mehrere Walzenpaare, die durch Walzen verschiedener Härte und Materialien gebildet werden. Der hierdurch bewirkte „Bügeleffekt“ verleiht dem Papier mehr Glanz und Glätte.

 

Aus der Gmund-Werbung