Rezidive bei Krebs verhindern

Die meisten Krebserkrankungen verlaufen in mehreren Phasen. Nach der Diagnose wird durch Operation und nachfolgender Chemotherapie der Tumor beseitigt. Doch nach einigen Monaten oder vielen Jahren kehrt der Tumor zurück. Es wird von einem Rezidiv gesprochen. Der Grund: ein Teil der Streuung nistet sich im Knochenmark ein (sogenannte dtcs = disseminated tumor cells) und kann dort unter guten Versorgungsbedingungen in sogenannten Nischen sehr lange fortbestehen. Warum sich die dtcs von dort wieder lösen, um Organe zu metastasieren, ist noch nicht hinreichend erforscht (Anmerkung dazu am Ende dieses Beitrags). Frau Prof. Sabine Kasimir-Bauer, Universität Essen, entdeckte in vieljährigen Studien, dass dtcs durch lang bewährte Osteoporose-Medikamente wie z.B. Ostac vernichtet werden. Sie hungern aus. Damit kommt es nicht mehr zu Rezidiven. Das Schreckgespenst Krebs hat ein Ende. Die Studien beschränkten sich bisher auf Brust- und Eileiterkrebs. Doch warum soll das Aushungern mit Osteoporose-Medikamenten nicht bei allen Krebsarten mit dtcs zutreffen? Zumindest bei Frauen. Dtcs können übrigens festgestellt werden durch eine Knochenmarksprobe, die dann im Labor auf dtcs untersucht wird. Ostac wird in der Regel über 6 Monate eingenommen (normale Dosierung wie gegen Osteoporose, also 1 g pro Tag = 2 Tabletten oder durch Infusionen). Bei der Hälfte der Patientinnen verschwanden die dtcs. Die übrigen mussten das Osteoporose-Mittel weitere 6 Monate einnehmen, bis alle dtcs verschwanden.

Ob eine Streuung stattgefunden hat, lässt sich durch eine Ctc-Messung im Blut überprüfen (ctc = circulating tumor cells). Sie muss vor den behandelnden Eingriffen stattfinden, weil ctcs nur wenige Stunden im Blut überleben. Sie sind wie dtcs in der Lage, Metastasen zu bilden. Wenn ctcs nachgewiesen werden, ist prinzipiell immer mit dtcs zu rechnen. Dtcs und ctcs besitzen Stammzelleneigenschaften. Ohne sie wäre eine Metastasierung nicht möglich. Ctc-Messungen führt z.B. das Institut für Tumorbiologie im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistr. 52 (Tel. 0-040/74 10 - 53 503) durch. Eine Untersuchung liegt bei 500 €.

Anmerkungen zum „Aufwachen“ von dtcs, die gerne als dormant dtcs, als im Knochenmark „schlafend“, bezeichnet werden. Meist sind es Stressfaktoren. Sie werden über Interferon-α an die dtcs übermittelt. Solche Stressfaktoren liegen aber auch vor, wenn der psychische Grund für die Krebserkrankung fortbesteht, sich beim Patienten/der Patientin sich nichts Wesentliches zum Besseren gewandt hat. Es ist also nötig, bei jeder Krebserkrankung die metaphysische/psychische „Erkrankung“ zu ermitteln und nach Möglichkeit abzustellen.

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