10. Ausblick: zuerst Deflation dann Inflation

2009 wird ein Jahr der sinkenden Preise sein. Die weltweiten Überkapazitäten schrauben sie in den Boden. Aber zerstören oder gefährden Sie nicht Ihre Supply-Chains. Aus ihnen erhalten Sie nicht nur Sicherheit, sondern letztlich auch das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Ihre Lieferanten können Sie fordern. Unbekannte neue Anbieter sind morgen womöglich nicht mehr am Markt. Es gilt auch hier das Augenprinzip: tief hineinsehen und auf menschliche Werte bauen. Misstrauen Sie allen, die jetzt mit Preiserhöhungen kommen. Seien es Energieanbieter, Kaffeeautomatenbetreiber usw. bei ihnen herrscht offensichtlich kein Wettbewerb. Sie zahlen Mondpreise. Suchen Sie Wettbewerbspotential. Es lohnt sich. Schnäppchen aus Konkursen und deren Versteigerungen bieten sich.

Mit dem Bodenstand der Krise rechnen wir im Sommer 2009 – nach kräftigen Friktionen nach unten. Bei allen Ländern mit gesunden Realwirtschaften – also ohne Immobilienblasen – kann dann schnell wieder zur alten Leistungsfähigkeit aufgeschlossen werden.

Die gigantischen Billionen-Engagements der Staaten werden aber geordnete Finanzen nicht mehr zulassen, so dass von den USA ausgehend die Toleranz einer Inflation von 5-10 Prozent kommt.

Die anderen Währungen werden im Gleichschritt mitmarschieren, um ihre Exportwirtschaft nicht zu benachteiligen. An eine Manipulation von Statistiken (Wechsel der Erhebungsoasen etc.) um niedrigere Inflation vorzugeben, werden Demokratien für Wahlen nicht vorbeikommen (Achtung!). Von der Inflation werden alle Nominalschuldner profitieren. Die gesunkenen Immobilienpreise werden sich wieder schnell erholen (Flucht in die Sachwerte). Deshalb ist mit einer längerfristigen Wirtschaftskrise wie in weltwirtschaftlich isolierten Einbruchsbereichen (Japan-Syndrom) nicht zu rechnen. In Anbetracht der riesigen Energiekrise der Welt müssen Umbauten in der Energieversorgung und gewinnung in sensationell kurzer Zeit erfolgen, wozu viele Innovationen nötig sind d.h. es kommt zu einer Zwangserneuerung fast aller Güter. Ein gewaltiges Konjunkturprogramm. Deshalb besteht keine Zeit und kein Grund für eine Stagflation. Sie könnte aber „gesunde“ Länder so lange treffen, bis die gesamte Weltwirtschaft sich nach oben bewegt. Vermutlich werden steigende Ölpreise im Winter 2009/2010 die Inflation in Bewegung bringen. Erst zur Wiederwahl Obamas 2012 wird auf die Inflationsbremse getreten (der kleine Mann bezahlt die Zeche der Finanzwelt). Mit einer weltweit galoppierenden Inflation ist nicht zu rechnen, jedoch mit explodierenden Aktienkursen und dem daraus folgenden nächsten Finanzhype (Beginn Ende 2010).

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