Elvis, Marilyn, Amy – die Vornamen genügen, schon werden vertraute Bilder aus dem kollektiven Gedächtnis abgerufen. Marilyn, die Blondine mit flatterndem Rock, Amy, die abgestürzte Soulqueen. Aber lassen die medialen Bilder, die Mythen konstruieren, tatsächlich auf das Wesen eines Menschen schließen? Die malerische Antwort von Janina Roider ist eindeutig: Nein. Die junge Münchner Malerin, die in Glasgow studiert hat und heute Meisterschülerin von Günther Förg ist, beschäftigt sich ausschließlich mit der klassischsten Gattungen der Bildenden Kunst: dem Porträt. Sie malt Menschen aus ihrem Umfeld, vergängliche Superstars bis hin zu mythisch überhöhter Pop- und Filmprominenz.

Janina Roider will aber keineswegs reale Bilder in Malerei übersetzen, erst recht nicht die Persönlichkeiten über das Porträt charakterisieren und definieren. Im Gegenteil: ihre Malerei formuliert ein grundlegendes Misstrauen dem Abbild gegenüber. Janina Roider überträgt diverse fotografische Vorlagen schichtweise auf die Leinwand – und löst damit die vermeintliche Eindeutigkeit der Motive auf. Ihre oft dramatische, kraftvolle Malweise ist mal gestisch, mal kontrolliert und findet häufig in einem impulsiven Malakt auf dem Boden statt. Die haptische Qualität der Materie, die Präsenz der von Roider selbst gemischten Farbe macht die verschiedenen Gesichter des Ichs sichtbar. So gelingt es der Malerei, die Beschränktheit des fotografischen Porträts zu überwinden und die Komplexität und Vielschichtigkeit des Seins aufzuzeigen.
 


Siehe auch www.janina-roider.de

Janina Roider: *1986 in Dachau

2015
Diplom als Meisterschülerin von Prof. Günther Förg

2014
1. Staatsexamen Kunstpädagogik mit Auszeichnung

2011
Bachelor of Fine Arts, Glasgow School of Art, UK

2008–2015
Studium an der Akademie der Bildenden Künste München
bei Günther Förg und Matthias Wähner

2005
Allgemeine Hochschulreife, Augsburg

 

Preise und Stipendien

2015–2016
- Bayerisches Atelierförderprogramm

2008–2015
- Stipendium des Bundesbegabtenförderungswerk Ev. Studienwerks e.V. Villigst

2014
- 1. Preis Plakatwettbewerb, Internationale Kunstfestival in Toulouse
- „Hommage an Günther Förg”
- Atelierförderung Domagkpark, Stadt München

2012
- Atelierförderung Otto-Steidle-Ateliers der Fondara Immobilien

2011
- Meisterschülerin von Günther Förg

2010–2011
- Auslandsstipendium an der Glasgow School of Art, UK

2008
- 1. Preis „Junge Kunst 18–28“, BBK Oberbayern Nord und Ingolstadt
 

2007
- Förderkalender der LFA, „Junge Kunst in Bayern“ 2008

 

Einzelausstellungen

2015
- What we see is what we get, Galerie Evelyn Drewes, Hamburg

2014
- Das kleine Format, Smudajescheck Galerie | Ulm

2013
- „Ae farewell, alas for ever!” (R.Burns), Smudajescheck Galerie | Ulm
 

Messen

2016
- Art Karlsruhe, Smudajescheck Galerie | München | Ulm

2015
- Art Karlsruhe, Smudajescheck Galerie | Ulm

2014
- Art Karlsruhe: One Artist Show, Smudajescheck Galerie | Ulm

 

Gruppenausstellung Galerie

2013
- Preview Berlin Art Fair, Einzelpräsentation, Smudajescheck Galerie | Ulm
- Art Karlsruhe, Galerie Kampl, Karlsruhe

 

Ausgewählte Gruppenausstellungen

2015
- DIS#COVER, Lev Khesin und Janina Roider, Smudajescheck Galerie | München
- IMA#GINE, Julia Beer, Thomas v. Poschinger, Janina Roider, Smudajescheck Galerie | Ulm

2014
- Klasse G. Förg/ M. Dornfeld, Galerie Matthias Jahn, München
- Jahresgaben, Galerie FOE, München
- Off the Wall, mit T. v. Poschinger u. J. Beer, Galerie Kampl, München
- Irgendwo Dazwischen, The Galley, Liverpool, England
- Hommage an Günther Förg, Museum Les Abattoire, Toulouse, Frankreich