Die Europabrücke - ein Zwischenbericht

(ek) Zur Eröffnung der Europabrücke in Barcelona hatte die Sprecherin der katalanischen Agentur für Arbeit zugesagt, die Kosten der Deutsch-Sprachkurse aller katalanischen Arbeitslosen vor Ort zu übernehmen, wenn sie einen Arbeitsvertrag bei einem deutschen Unternehmen bekommen haben. Doch dieses Versprechen kam nie zum Tragen. Als die IDA, eine deutsche Förderungsvermittlungsagentur, die auch in Brüssel vor Ort sitzt, in Barcelona konkret werden wollte, wurde die Zusage widerrufen.

So entschloss sich die KASTNER AG, andere Regionen in Spanien anzugehen. In Almeria kümmert sich der Deutsche Dietmar Roth um arbeitslose Spanier, die nach Bayern kommen wollen. So soll diese Region nun bevorzugt angegangen werden, das Konzept der Europabrücke umzusetzen.

In Ingolstadt kommt die Willkommenskultur, das Gegenstück zur Europabrücke in Spanien, gut voran. Ein Welcome-Center soll 2016 errichtet werden. Auch die Finanzierung z. B. aus ESF-Mitteln steht.
Notgedrungen konnte die Europabrücke bis­her nur Spanier mit hinreichend guten Deutschkenntnissen vermitteln. Neuerdings fallen auch Handwerker anderer EU-Staaten darunter, wenn die Kommunikation in Deutsch organi­siert ist. Gerade am Bau führt an ausländischen Kräften nichts vorbei.

Manche haben sich als Subunternehmer organisiert mit eingetragenem Gewerbe in Deutschland.

In anderen Branchen drückt der Fachkräftemangel nicht so stark. Hier scheuen die Unternehmer meist noch die Verantwortung für die neuen Mitarbeiter aus den südlichen EU-Staaten zu übernehmen wie z.B. die Wohnungssuche oder die Bereitstellung eines Job-Paten aus dem eigenen Betrieb, der sich um die Ausländer annimmt. Derzeit schielen viele Betriebe auf gut ausgebildete Asylanten, deren Verdienst deutlich niedriger liegt. Die Deutschkurse werden vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanziert.