Studie zur wirtschaftlichen Zukunft Europas

(kw) Ende 2014 erschien das Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft, Köln, im Auftrag des Europäischen Wirtschaftssenats (EWS), betitelt „Europa 2025“, wobei die Wirtschaftsentwicklung mit den anderen Blöcken der Welt verglichen wird. In die Zukunft richten sich die Anforderungen an die Politik Europas aus Sicht der Wirtschaft. Hier rangiert der Abbau von Regulierung und Bürokratie zuoberst vor der gesicherten Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften und Erhalt bzw. Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Dabei sehen die befragten Führungskräfte Europa auf dem Weg zu einer gemeinsamen Wirtschafts- und Währungsunion als Föderation (46 %). Auch wenn die Schwellenländer Einfluss gewinnen und die USA, Russland sowie China 2025 eine dominante Rolle spielen werden, so wird Europa seine Stellung behaupten (72 % Zustimmung).

In der Wirtschaft bis 2019 wächst Europa so stark wie der Weltdurchschnitt, während die Schwellenländer stark aufholen, angeführt von China, das auch verstärkt als Wettbewerber zu Europa auftreten wird. Bei der Bewertung Europas als Produktionsstandort sehen Großunternehmen die Lage viel pessimistischer als der Mittelstand. Als Absatzmarkt wird Europa eher gewinnen. Positiv bewertet werden die Standortfaktoren Europas wie Governance (Rechtssicherheit), Infrastruktur, Innovation, Markt & Kunden und interessanterweise die Energie sowie Fachkräfte.

Die Verschiebung der Wirtschaftskraft geht nur langsam vor sich. Europa kann sich stark behaupten, fällt aber wegen des geringeren Wachstums etwas zurück. Seine Stärke wird noch mehr als bisher von Innovationen geprägt sein.
Anm. der Redaktion: Europa kommt ferner seine Friedensstabilität zugute und seine geringe Exponiertheit gegenüber Naturkatastrophen, die weltweit wegen des Klimawandels zunehmen. Durch die weiter fortschreitende Globalisierung wird sich das Konsumverhalten immer mehr annähern, ebenso wie technische und rechtliche Standards, Bildungssysteme und Forschung.

Kultur (Kunst etc.) und das Wertesystem werden sich in Europa stärker entwickeln als in den anderen Blöcken. Im IT-Bereich kann Europa die amerikanische Dominanz nicht einholen. Europa wird sich verstärkt für die Klimaziele und entsprechende Umwelttechnik einsetzen, woraus dem „alten Kontinent“ eine moralische Führungsrolle zuwächst.