(mi) Das Gulliain-Barré-Syndrom, kurz GBS genannt, tritt sehr selten auf. Nach einer Grippe-Schutzimpfung oder einer Magen-Darm-Infektion kann es aber sein, dass die CD8+-T-Zellen des Immunsystems das neu erlernte Feindbild aus der Impfung/ Infektion auf körpereigene Zellen übertragen und bei GBS das periphere Nervensystem angreifen.
Die Krankheit beginnt in den Füßen und endet im Sprachbereich. Bei vielen Patienten legt sie sich von selbst wieder und nach einem Jahr haben sich die Nerven regeneriert d.h. sind nachgewachsen und haben ihre Myelinschicht repariert.
Als Behandlungsmethoden werden Plasmapherese (Bluttausch) und Immunglobuline eingesetzt. Doch im Fall von Hans Schmid, ehemaliger Pressesprecher des Bayerischen Sparkassenverbands und Aufsichtsrat der KASTNER AG, griff weder das eine noch das andere. Es kam sogar zum Atemstillstand. Seit zwei Jahren herrscht völlige Lähmung. Auch Sprechen ist nicht mehr möglich. Die Stiftung „Forschung für Leben“ gewann die beste GBS-Expertin, Frau Prof. Claudia Sommer, Uni Würzburg, sich dem
Krankheitszustand Schmids zuzuwenden und den Fall genau zu analysieren. Frau Prof. Sommer: „Bei einem derartigen Verlauf müssen wir machtlos zusehen.“ Die Stiftung „Forschung für Leben“ will verhindern, dass sich der Fall Schmid wiederholt. Aus den Forschungen von Martin/ Lutterotti bahnt sich ein persönliches Antigen-Screening an. Der Arzt weiß dann, welche Antigene vom eigenen Immunsystem angegriffen werden. Das Verfahren von Martin/Lutterotti greift bei GSB zu langsam, soll aber ebenso eingesetzt werden. Bis zur Gewöhnung an die angegriffenen Antigene werden sie durch passgenaue Antikörper versteckt. Dieses „Tarnkappenverfahren“ (engl. magic hood) ersetzt das Umsichschießen mit beliebigen Immunglobulinen. Nun wird ein erfahrenes Forscherteam gesucht, diese neue Form personalisierter Medizin auszuarbeiten, damit es im Notfall weltweit sofort eingesetzt werden kann.
Das löst das Problem von Hans Schmid allerdings nicht mehr. Für ihn muss die Regeneration des peripheren Nervensystems vorangetrieben werden. Einige isolierte Forschungsansätze laufen.

Sie sollen über ein Symposium zu einem schnellstmöglichen Erfahrungsaustausch kommen. Die Erkenntnisse auf der Regenerationsforschung des zentralen Nervensystems werden ebenfalls übertragen. Doch auch hier stehen die Forscher erst am Anfang. Vielleicht lassen sich Stammzellen gezielt einsetzen? Denn so schön es ist, die Autoimmunkrankheiten definitiv zum Stillstand zu bringen, es fragen dann die Patienten, wie sie wieder aus dem Rollstuhl kommen.