Hannes Schneider „Die große Sünde – wie Gier und Versagen uns enteignen“
09/2011, verlag kastner, ISBN-Nr. 978-3-941951-40-1, VK 19,80 €


Ist der Euro am Ende? Können Rettungsschirme noch greifen? Wann kommt die Pleite Griechenlands? Der Finanzexperte Dr. Hannes Schneider stellt die aktuelle Euro-Krise an den Pranger. Spannend und verständlich erklärt er ihre Ursachen und zeigt die Zusammenhänge an den Finanzmärkten auf. Dazu beginnt er bei den Währungssystemen Anfang des 20. Jahrhunderts, wo die Sünden mit der Aufgabe des Goldstandards ihren Anfang nahmen. Die Mängel des Bretton-Wood-Systems findet er bei der Einführung des Euro wieder. In bildhafter Sprache beurteilt der Autor alle öffentlich diskutierten Lösungen der Euro-Krise.

Der Steuerzahler rettet mit den Rettungsschirmen ausschließlich die „Zocker-Banken“. Darum wird Griechenland pleitegehen, wenn sich nichts ändert, was dann Deutschland sehr viel Geld kostet. Geld, das Deutschland nicht hat. Der Autor arbeitet viel in Asien. Seine Analyse des japanischen Währungssystems ist treffend erklärt. Wir stehen heute vor der Entscheidung Japans von 1990. Mit QE (Quantitative Easing) wurden dank der US-Geldlobby 2008/09 viele neue Dollars gedruckt. Der US-Wirtschaft hat es nur eine Depression gebracht. Finanzinvestoren (Kapitalfürsten) haben mit diesen neuen Dollars eine gewaltige Inflationswelle ausgelöst. Leben ist teurer geworden, und die Welt steht vor einer Rezession.

Finanzinvestoren und „Zocker-Banken“ gingen Wetten (CDS) im Wert von über 600 Billionen Dollar ein. Gegen den Euro, gegen die Euroländer. Dank der Geldlobby. Die Politik überschuldet Deutschland - nur um an Gier erkrankte Banken zu retten. Bei 600 Billionen Wettvolumen ist das aber unmöglich. Somit überzieht die Politik Deutschland mit völlig sinnlosen Schulden, anstatt dass sie die Bank-Risiken reduziert, die der Staat nicht tragen kann und auch gar nicht tragen soll. Für den deutschen Steuerzahler endet dies richtig schmerzhaft. Dr. Schneider prangert diese Schuldenmacherei gnadenlos an.

Sind wir auf der Autobahn in die Hölle? Der Autor sagt trotz allem „Nein – noch nicht. Aber die letzte Ausfahrt, nämlich ‚Glück‘, kommt rasend schnell auf uns zu.“ Im zweiten Teil des Buchs, mit eigenem Titel „Der Weg aus der Eurokrise – aber ohne neue Staatsverschuldung“, fasst der Autor alle derzeit kursierenden Vorschläge wertend zusammen. Er bietet einen eigenen Weg über die „Länder-Euro-Bank“ an: eine eigenständige Unterbank der EZB übernimmt die Finanzierung der angeschlossenen Länder und entzieht damit die Staatsschulden den Spekulanten und Ratingagenturen. Wenn die EZB und die „Euro-Länder-Bank“ je das tun, was sie tun müssen, erhält der Euro die Kraft zur Weltwährung! Der Euro ist es wert, „geliebt“ zu werden.

Die „Euro-Länder-Bank“ ist ein klares Konzept für eine stärker integrierte und demokratisierte Europäische Union. Sie führt die Länder durch Zusammenschau der Anstrengungen aus der Verschuldungsfalle. Auch die Rettungsschirme werden in diesem Konzept schadenfrei aufgehen. Bis ins Detail der Bankrat-Besetzung hat Dr. Schneider diese Alternative ausgearbeitet. Als Begleitmaßnahme fordert Dr. Schneider ein klares Trennbanken-System und erklärt, was das Positives bedeutet. Das ist die einzige funktionierende Maßnahme zur Reduktion des Risikos für den Staat und seine Bürger – und zur Gesundung der Banken!

Breite Stabilität des Finanzwesens als neue Realität.
Doch wird die Politik stark genug sein, diesen Weg zu gehen? Dr. Schneider richtet sich an den mündigen Bürger. So bekommt seine Analyse der Vergangenheit Sinn. Er bietet eine leicht verständliche Wissens- und Beurteilungsbasis für den radikalen Kurswechsel an.

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