Wie aus einer prune (Pflaume) ein pruneau wurde

In Deutschland kennen nur ganz wenige die Pflaumenkultur Südfrankreichs. Zwischen Toulouse und Bordeaux hat sich die Region Lot-et-Garonne seit dem 13. Jahrhundert auf den Anbau von Pflaumen spezialisiert und Techniken des Konservierens und der Veredelung entwickelt. Diese Pflaumen ähneln den bei uns üblichen in Farbe und Fruchtfleisch, sind aber größer, voller, süßer. Eine echte Delikatesse. Damit sie das ganze Jahr über erhalten bleibt, werden die Pflaumen langwierig und gekonnt getrocknet. Dadurch verfärben sie sich tief schwarz. Nun heißen sie pruneaux, die einzelne ist ein pruneau. Wir kennen diese Technik auch beim „Zwetschgenmanderl“, einer Figur aus getrockneten Zwetschgen, aber wie schon der Begriff für hagere, nicht große Männer verwendet wird, es sind vergleichbar trockene und unansehliche Früchte und heute kaum mehr im Angebot.



Die pruneaux aus der Region Lot-et-Garonne mit Villeneuve-sur-Lot im Mittelpunkt aber haben sich in Frankreich, England, Holland und selbst in den USA einen großen Namen gemacht. Die EU schützte ihn 2002 geographisch. Viele kennen sie dort unter pruneaux d‘Agen. Obwohl die größere Stadt Agen ganz am Rand der Region liegt, wurden im 19. Jahrhundert von dort die Pflaumen verschifft. Über die Garonne und später den Canal de Garonne kamen sie nach Bordeaux und von dort mit großen Schiffen in den Export. Die Kisten wurden mit Agen als Ursprung gestempelt. So prägte sich dieser Begriff ein und wird heute synonym mit dem pruneau verwendet. Davor hießen sie „pruneaux de Bordeaux“ als es den Binnenhafen von Agen als Absender noch nicht gab.





Unten stehend finden Sie eine Reihe von köstlichen Rezepten aus der Originalküche von Lot-et-Garonne als Bilddateien, die Ihnen auch als ZIP-Download (in höherer Auflösung) in französischer Sprache zur Verfügung stehen! 

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