Eine Ernährungsrevolution

 

(Einleitung der Broschüre) 90 Prozent der Weltolivenernte bestreitet der Mittelmeerraum. Deutschland wird hauptsächlich aus Italien mit Olivenöl beliefert, wobei das ligurische und das toskanische Öl als die Besten gewertet werden. Relativ unbekannt in den deutschen Küchen ist das griechische Öl, dass aber in der Qualität ganz oben anzusiedeln ist. Die Spitzenstellung dabei nimmt Kreta ein, gerade als dort seit 13 Jahren der biologische Anbau (wieder) eingeführt wurde und heute schon 5 Prozent der Ernte ohne Chemie und ausschließlich in Kaltpressung erzeugt werden, gefördert von der EU.


 

Kreta hat damit seine historische Rolle der Erzeugung des besten Olivenöls der Welt zurückerobert. Seit 4500 Jahren beliefert die Insel Europa, Kleinasien und Nordafrika mit ihrem geschätzten Produkt. Es entstand auf diesem wirtschaftlichen Fundament die minoische Kultur, eine erste Blütezeit Griechenlands, ja der Menschheit, in Nachbarschaft zu Ägypten. Kultiviert wurde der Ölbaum 4000 vor Christi in Syrien/ Palästina. Am prächtigsten entwickelten sich seine Früchte aber auf Kreta. Phönizier und Griechen verbreiteteten den Olivenbaum im Mittelmeerraum v.a. an der italienischen Riviera und Spanien. Aber da war der Palast von Knossos schon abgebrannt.


Heute postulieren führende Köche die „Kreta-Diät“, eine Steigerung der Mittelmeer-Diät. Es ist nicht nur schick geworden, die alten Rezepte der Kreter neu zuzubereiten, diese Ernährung ist der mitteleuropäischen überlegen. Die Kreter haben die höchste Lebenserwartung. Herzinfarkte und Krebs kommen auf Kreta kaum vor. Zentrales Element der kretischen (und der mediterranen) Küche ist der hohe Einsatz von Olivenöl – der besten Qualität.


Darstellung der Olivenernte auf einer griechischen Amphore 530 v. Chr.

Ökotrophologen und Ärzte fordern deshalb ein Umdenken in unserer Ernährung. Weg von tierischen Fetten, Fast Food, Industrie-Lebensmitteln und großen gleichen Mahlzeiten hin zu mehr Leichtigkeit, Abwechslung, Öl, Kräutern, Gemüse und Obst, Teig-waren – und auch ein bis zwei Gläschen Wein pro Tag (dafür könnte auch eine Halbe besten Bieres stehen). Die Mittelmeerküche schmeckt auch fantastisch. Jedes Essen kann zur kleinen Feier werden. Kalt gepresstes Olivenöl, gerade aus Kreta, bringt nicht nur eine deutlich höhrere Lebenserwartung und Essensfreude, sondern ist ein Heilmittel, sein alltäglicher Einsatz schafft Gesundheit und Lebensfreude. Die Kreta-„Diät“ ist keine Selbstbeschneidung wie alle anderen Abnehm-Diäten, noch hat sie den Jojo-Effekt, d.h., dem Abnehmen folgt das Zunehmen, schneller als der „Patient“ neue Vorsätze fasst.

Das klingt sehr revolutionär, ja für viele unglaublich! Keine Zivilisationskrankheiten mehr? Senkung der Krankenkassenbeiträge und der Gesundheitskosten um über 50 Prozent trotz zunehmenden Lebensalters? Vorbeugen ist besser als heilen. Selbst wenn Sie nicht bereit sind, auf Ihr tägliches Fleisch, auf Wurst, Presssack, Weißwürste und sonstige anerzogene Ernährungsgewohnheiten zu verzichten: Nehmen Sie wenigstens täglich einen Esslöffel kalt gepressten Olivenöls ein!


Dieses Nahrungsmittel hat keine Nachteile, keine negativen Nebenwirkungen (auch keine Allergien!) und damit keine Grenzen. Es verstärkt den Eigen-geschmack jeder Speise. Eine alte italienische Weisheit besagt: „Geize beim Essig, spare beim Salz, gehe verschwenderisch mit dem Öl um.“ So geben die Italiener auf fertige Speisen Olivenöl mit dem Spruch „Für den Geschmack und die Gesundheit“. Eine Lebenserfahrung schon seit den Römern.

----------------------------------------------------------------------------------

 

Hier finden Sie die restlichen Rezepte, wie in der Broschüre angekündigt (z. B. Knoblauchsoße)!

----------------------------------------------------------------------------------

Torta verde


Meine Freundin Silvana aus Moltedo macht meiner Ansicht nach die beste „grüne Torte“, die man sich vorstellen kann: Im hauchdünnen Teigmantel steckt eine saftige Füllung.

Zutaten für die Füllung:

1 kg Mangold,

1 große Gemüsezwiebel,

 1 Tasse gekochter weißer Reis,

1 Brötchen, Milch,

4-5 Eier,

2 große Handvoll geriebener Parmesan,

Salz,

Pfeffer,

Muskatnuß,

Olivenöl extra vergine.

Zutaten für den Teig:

500 g Mehl,

1-3 Eßlöffel Olivenöl extra vergine,

Salz,

etwas Wasser.

Mangold in Salzwasser kochen, ausdrücken und hacken. Die klein geschnittene Zwiebel in Olivenöl anrösten. Brötchen in Milch zerdrücken. Mit Reis, Eiern und Parmesan vermischen, mit Satz, Pfeffer und Muskatnuß abschmecken. Die Teigzutaten verkneten, den Teig in zwei Portionen teilen, auf bemehltem Backbrett papierdünn ausrollen. Runde oder eckige, nicht zu hohe Form ölen. Eine Teigplatte hineinlegen, so dass sie über den Rand der Form hängt. Füllung hineingeben. Etwas Milch darübergießen. Zweites Teigstück ausrollen, als Deckel über die Füllung legen. Überlappenden Teigrand einrollen, so dass alles bedeckt ist. Rest abschneiden. Etwas Öl darübergeben, mit einer Gabel überall am Rand entlang und in der Mitte mehrmals einstechen. Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad (Gas: Stufe 3) ca. 1/2 Stunde backen.

----------------------------------------------------------------------------------

Spaghetti con aglio, olio e peperoncino

Eins meiner Lieblingsessen: Macht kaum Arbeit, geht schnell und schmeckt toll! Mein Standard-Menü, wenn unerwartet Gäste ins Haus schneien – und stets ein absoluter Hit. Probieren Sie aus, wieviel Schärfe Sie vertragen – die Pfefferschoten sind manchmal unterschiedlich scharf. Wer's milder mag, entfernt die Kerne. Ganz sanfte Variante: Nur Knoblauch und Olivenöl - schmeckt auch!

Zutaten:

500 g Spaghetti,

1-2 frische oder getrocknete scharfe Peperoncini (Pfefferschoten),

4-6 Knoblauchzehen,

1 Bund glatte Petersilie,

kalt gepresstes Olivenöl,

Salz,

frisch gemahlener Pfeffer.

Das Olivenöl erhitzen. Die geschälten, in Scheiben geschnittenen Knoblauchzehen und den fein geschnittenen Peperoncino dazugeben und dünsten. Die Knoblauchscheibchen dürfen ruhig leicht hellbraun werden. Gehackte Petersilie hinzufügen. Auf die gekochten Spaghetti geben und alles mischen. Sofort servieren.

Tipp: Sicher kennen Sie den Rat, ins Nudelwasser einen Schuß Öl zu geben, damit die Spaghetti nicht kleben. Geben Sie statt dessen auf die gekochten und abgetropften Spaghetti einen Schuss kalt gepresstes Olivenöl – dann klebt auch nichts, und der Geschmack des Öls verbindet sich ideal mit der Soße.

----------------------------------------------------------------------------------

Knoblauchsoße

Ein französisches Rezept, aber die pikante Knoblauchsoße wird auch in Spanien und Italien gern gegessen. Hier verbindet sich der einzigartige Geschmack des Olivenöls ideal mit dem würzigen Knoblauch, und heraus kommt eine Soße, die so gesund ist, daß man sie fast als Medizin verordnen könnte.

Zutaten:

8 Knoblauchzehen,

2 Eigelbe,

1/ 8 l kalt gepresstes Olivenöl,

1-2 Eßlöffel Zitronensaft,

Salz,

Pfeffer.

Knoblauchzehen schälen, pressen und mit Salz und den beiden Eigelben vermischen. Tropfenweise das Olivenöl hinzufügen und unterrühren, so daß eine sämige Soße entsteht. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.

Wichtig: Alle Zutaten müssen zimmerwarm sein, sonst gerinnt die Soße.

Tipp: Die Knoblauchsoße schmeckt hervorragend zu gekochtem oder gegrilltem Fisch und Geflügel und zu pikanten Gemüsegerichten mit Paprika und Auberginen, zum Beispiel zu Ratatouille. Auch auf ofenfrischem Baguette ein Gedicht!



Fridhelm Klein

In Zusammenhang mit der Broschüre "Olivenöl aus Kreta" entstand das Heftchen "mein Kreta - Landschaft, Meer Steine Werke, Wetter", das den zeitweise auf Kreta lebenden Kunstprofessor vorstellt.

Fridhelm Klein wurde 1938 in Berlin geboren. Von 1969 bis 2004 Professor für Experimentelles Spiel und Medien an der Akademie der Bildenden Künste in München. Ausstellungen im In- und Ausland. Gastdozent an verschiedenen Hochschulen. Workshops, Seminare, Vorträge im In- und Ausland. Veröffentlichungen u. a.: "Der Rest des Netzes", Deutscher Kunst Verlag, "Erkundungen", Prestel Verlag. Lebt und arbeitet in München und auf Kreta.

 
Fridhelm Klein inspiziert einen Fechser in Karavados (Kreta)