Zweite Dalí-Ausstellung in Wolnzach 
Ab 6. Oktober kommt Dalís Buch der Apokalypse mit Inhaltsausstellung und anderen Exponaten Dalís – Sieben Erben Dalís ergänzen das Buch

Wolnzach (ted) Heute schwärmen noch die Wolnzacher von den farbenfrohen großen Bildern der „Erben Dalís“, die das Deutsche Hopfenmuseum in eine Kunstgalerie verwandelten. Vor dem Museum stand der Original Waggon Dalís, den die ARS Altmann AG auf ihre Kosten aus Perpignan auslieh. Fernsehen, internationale Künstler, eine Atmosphäre von Cannes. Das 15 Quadratmeter große Buffet zur Vernissage war schon während der Reden völlig abgeräumt. Es gibt heute noch Redestoff her.



Als im Februar 2006 WA-Chef Eduard Kastner die Erben Dalís zu ihrer nächsten Ausstellung in Le Mont-Dore begleitete, einen Wintersport-ort bei Clermont-Ferrand, ergab sich „Wolnzach II“, wozu die Stadt ihr „Heiligtum“, das Buch Dalís zur Apokalypse bereitstellte. Es ruht in einer großen Glashaube, die Dalí einst als futuristisches Fortbewegungsmittel schuf, das „Ovocipède“.
Nach diesem Prototypen Dalís wurde aus Bronze ein Buch gegossen, mit Edelsteinen u.v.m. verziert und mit 150 Pergamentblättern sowie 21 Druckgrafiken gefüllt. Es wog dann 210 kg und kostete über 1 Mio. Franc in der Herstellung. Es ging um die Welt.

Le Mont-Dore erhielt den Prototyp
Vier Millionen Besucher kamen zu den Ausstellungen. Das Geld kam doppelt herein und am Ende wurde das Buch der Apokalypse auf 2 Mio. Euro geschätzt. Papst Johannes XXIII. segnete es 1962. Es kam auch nach München und Nürnberg.



Doch dann geriet es in Vergessenheit. Ein griechischer Kunstsammler, der bei Le Mont-Dore wohnt, kaufte es auf. Der Prototyp ging an die Stadt Le Mont-Dore, ebenso Repliken des Inhalts. Sein Verleger, Jean Forêt, war in Le Mont-Dore geboren und vermachte es deshalb seiner Heimatstadt unter der Bedingung, ein Museum für das Buch zu errichten. Es gehörten auch noch ein paar sonstige Dalí-Originale dazu: ein Zeigestock, die Überreste einer Singer-Nähmaschine und 558 Nägel, nachdem eine Walze sie platt gemacht hatte, Grundlage für Dalís Bild der Apokalypse.

Le Mont-Dore gestaltete tatsächlich eine kleine Ausstellung. Doch es fehlte die Entschlossenheit, sie groß herauszubringen. Schließlich gingen die Utensilien in ein Lager. 2004 fand sie dort der Dalí-Forscher Roger M. Erasmy. Er studierte das Leben Forêts und wusste um dieses Fac-simile in Le Mont-Dore. Mit Erasmy kam Bewegung in das kostbare Erbe. Er organisierte mit Dalís Erben 2005 eine Ausstellung, zu dem das Buch und die Repliken in den Thermen einen kleinen Ausstellungsraum erhielten. Jeder der sieben Künstler malte zum Thema „Apokalypse“ ein Werk, wie z.B. Angerer der Ältere seine „Offenbarung“. Die Wörter sind eigentlich synonym, weil auf griechisch Offenbarung Apokalupsis“ heißt.

21 Gemälde der besten Surrealisten
Wegen der schlimmen Vorkommnisse in der Offenbarung des Johannes, dem letzten Buch des Neuen Testaments im offiziellen Kanon der Kirche, hat heute „Apokalypse“ diese Bedeutung des Weltuntergangs, der schrecklichen Endzeit angenommen. Die Phantasien eines Evangelisten Johannes passen natürlich zu den Phantasten, den Surrealisten wie die Faust aufs Auge. Das Buch Dalís war nur eine große logische Konsequenz.

Für Wolnzach und die zweite Ausstellung der „Erben Dalís“ ist deshalb nochmals die Apokalypse angesagt. Wieder sind es 7 Künstler, die neue Werke für Wolnzach erstellen. Neu ist der Pariser Yves Thomas, der sein Werk gleich mit „Apokalypse Wolnzach“ titulierte. Die übrigen sechs waren schon 2005 in Wolnzach: Peyrolle (Frankreich), Victor Safonkin (Russland), sowie die Deutschen Angerer der Ältere, Michael Lassel, Reinhard Schmid und Michael Maschke.



Der WOLNZACHER ANZEIGER wird am 2. Oktober das Buch, die Schaukästen und viel Proviant aus Le Mont-Dore (für die Vernissage) holen, und am 6. Oktober findet im Hopfenmuseum die 2. Dalí-Ausstellung statt. Sie wird bis 23. Oktober dauern, also noch zum Tag der Offenen Türen zu sehen sein. Erstmals verlässt dieser Prototyp Frankreich. Der Bürgermeister von Le Mont-Dore mit Begleitung, sein Stadtdirektor und die Kulturreferenten wollen kommen. Die Kunst soll die beiden Orte zusammenbringen – 1000 km überbrücken.
Wolnzach hat in Frankreich einen sehr hohen Ruf bekommen, als Zentrum der neuen Surrealistischen Bewegung, als Erbe Dalís. Und die Wolnzacher schätzen die Bilder. Auch heuer sind sie symbolische, neue Zugabe zum Buch Dalís, zum Evangelium. Hinter 3 x 7 stehen biblische Dimensionen. Auch der Abend mit Prof. Klaus Berger im Hopfenmuseum steht in einem Kontext zu „Dalí II“.



Am 6. Oktober um 18 Uhr hält der Dalí-Experte Roger M. Erasmy im Bräustüberl-Saal (Klosterstraße, schräg gegenüber dem Hopfenmuseum) einen eineinhalbstündigen Vortrag über „Dalís Apokalypse“. Der Eintritt ist frei.

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Anfahrt:


Wolnzach liegt in Oberbayern, ca. 50 Kilometer nördlich von München, im Zentrum der Region Hallertau, Landkreis Pfaffenhofen a.d. Ilm. 

Verbindungen:
Mit dem Auto:
Über die A 9 (München-Nürnberg) bzw. A 93 (Regensburg), Autobahndreieck Holledau, Ausfahrt Wolnzach.

Mit dem Zug:
RB oder RE (München-Ingolstadt), mind. jede Stunde, Haltestelle Rohrbach (Ilm). Achtung: Der Bahnhof liegt 5 Kilometer von Wolnzach entfernt! Ein Regionalbus bringt Sie direkt vor das Museum. Bitte erfragen Sie im Museum telefonisch die aktuellen Abfahrtszeiten (08442 / 7574).

Mit dem Flugzeug:
Der Flughafen München ist mit dem Auto in knapp 30 Minuten zu erreichen.


 


Mehr zum Hopfenmuseum finden Sie unter: www.hopfenmuseum.de